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Die menschliche Seite des modernen Handwerks

In der heutigen Alltagskultur erleben handgefertigte Produkte eine Renaissance, dennoch sind sie im Büro bislang kaum zu finden. Inspiriert von der „Makerszene“ definiert Coalesse gerade das moderne Handwerk neu – mit neuen Materialien und Methoden, die raffiniert mit üblichen Standards brechen und dadurch den Arbeitsplatz menschlicher machen. 

Haben Sie je über Knöpfe nachgedacht? Wenn nicht, nehmen Sie sich doch einen Moment Zeit. Denken Sie an eine kleine runde Plastikscheibe mit vier perfekt in der Mitte platzierten Löchern. Sie ist völlig zweckmäßig gestaltet und unauffällig in ihrer Erscheinung. Doch was, wenn ein Knopf mehr als nur ein Verschluss wäre? Etwas sehr Nützliches, aber zugleich auch sehr Ästhetisches, vielleicht sogar Provokatives. Etwas, das die Phantasie mit einer Geschichte anregt. Was wäre, wenn ein Knopf aus geschnitztem Holz bestünde und über ein anscheinend zufällig und dennoch kunstvoll platziertes Muster aus Löchern verfügte? Das wäre der coolste Knopf, den Sie je gesehen haben. Er wäre ein Statement. Sie wollten ihn berühren und seine Oberflächenstruktur spüren. Und Sie würden gern all Ihre alten Knöpfe abreißen und durch diese Knöpfe ersetzen, die sich alle ein wenig durch die leicht voneinander abweichenden Maserungen unterscheiden. Sie würden Knöpfe von nun an mit völlig anderen Augen sehen.

Das ist das Wesen des Handwerks: eine handwerkliche Vision, kombiniert mit einer ausgefeilten Technik, die einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand in ein Objekt der Schönheit und Menschlichkeit verwandelt. 

Die traurige Wahrheit ist, dass viele unserer heutigen Arbeitsplätze – wie auch der gewöhnliche 

Knopf – frei von jeglichem Handwerk sind. Viele Führungskräfte fokussieren sich in ihrer Arbeit auf Bereiche wie Kostenmanagement und Produktivitätssteigerungen, während das Gestalten von inspirierenden oder schönen Arbeitsumgebungen eher wenig Aufmerksamkeit erhält. Die Berücksichtigung von Themen wie Ästhetik, Wohlbefinden oder Mitarbeitermotivation geraten dabei manchmal auf eine niedrigere Prioritätsstufe.

Dennoch sind es gerade diese Themen, die sich nachweislich auch auf den Gesamterfolg eines Unternehmens auswirken – egal, ob es um das Gewinnen und Halten von Talenten, das Engagement der Mitarbeiter oder die Aktienkurse geht.

Führende Unternehmen verstehen diese Verbindung und beginnen zu realisieren, dass die Einbindung des Handwerks dazu beitragen kann, ihre Räume zu definieren und ihrer Kultur Ausdruck zu verleihen. Modernes Handwerk wird mehr und mehr zum Gegenpol uninspirierter Arbeitsplätze – es verbessert nicht nur Funktionalität und Ästhetik, sondern sorgt auch für eine menschlichere Atmosphäre am Arbeitsplatz. 

Die Makerszene

Das Bedürfnis, etwas mit den eigenen Händen zu gestalten, ist lebendiger Ausdruck unseres Menschseins. Wenn wir gewöhnliche Materialien in etwas Neues verwandeln, wird uns wieder bewusst, was alles möglich ist, es verändert aber auch die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen.

In der Vergangenheit waren Handwerker Denker, Konstrukteure, Erfinder und Meister ihrer Werkzeuge und Medien. Sie verwandelten Rohstoffe mit ihren Händen in nützliche und schöne Objekte, und fertigten über viele Jahrhunderte einzigartige Waren an.

Die Makerszene von heute begeistert die Menschen mit der Idee, Dinge wieder handwerklich herzustellen, nur eben auf eine etwas modernere Art. Handgefertigte Waren halten Einzug in den unterschiedlichsten Bereichen des kulturellen Lebens – egal, ob es dabei um Craft Beer oder um gemeinschaftliche Kreativlabors geht. Hinzu kommen die überall auf der Welt stattfindenden Makermessen der Makercommunity.

Vom Erfolg von Etsy, einem Online-Marktplatz für handgefertigte und maßgefertigte Waren, bis hin zur wachsenden Popularität und Erschwinglichkeit von 3D-Druckern – die Menschen finden immer mehr Wege, um mit geteilten Ressourcen und geteiltem Wissen Dinge zu schaffen. Und sie sehen die Unterschiede zwischen handgefertigten Waren, die die Vorstellungskraft entfachen, und Produkten, die einfach nur einem bestimmten Zweck dienen.

„Ich denke, die Makerszene berührt uns als Menschen an einem ganz wesentlichen Punkt“, sagt Professor Matthew Crawford von der  

University of Virginia. „Schon in der Kindheit erfahren wir die Welt, indem wir sie manipulieren, oder indem wir sie anstupsen und beobachten, wie sie reagiert.“

Das moderne Handwerk wird dank neuer Technologien mehr Menschen zugänglich als je zuvor. Es steht an der Schnittstelle zwischen der digitalen und der physischen Welt, wo technische Geräte aus digitalen Entwürfen physische Gegenstände werden lassen. Programmierfähigkeiten sind heute genauso gefragt wie handwerkliches Geschick. Beide zusammen gehen eine unzertrennbare Verbindung ein, die uns unwillkürlich auf neue Weise über die Bedeutung der handwerklichen Meisterschaft nachdenken lässt. Der Werkzeugkasten des Handwerkers enthält nicht mehr nur Werkzeuge für traditionelle Bearbeitungsverfahren, sondern auch computergesteuerte Schneide-, Säge- und Bohrmaschinen. Und so können die neuen Maker wahrscheinlich genauso gut einen Roboter programmieren wie einen Pulli stricken.“

„Handwerk ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Einzelfertigung“, sagt Matt Clayson, Leiter des Detroit Creative Corridor. „Es bringt vielmehr Produkte hervor, die vervielfältigt, ja sogar in Massen produziert werden können – und dennoch über innere Werte verfügen, z.B. weil sie eine Geschichte über die Personen erzählen, die sie entworfen und hergestellt haben. Trotz allem kann man mit ihnen einen breiten Markt erreichen. Das ist die Besonderheit, mit der die Technik die Makerszene bereichert.

Das Handwerk wird zum großen Geschäft.

Handwerk am Arbeitsplatz

Es ist vielleicht nicht überraschend, aber Möbel sind bei Etsy die wichtigste Rubrik. Gleichzeitig lässt ein Blick auf die Möblierung von Arbeitsplätzen leicht erkennen, dass das Handwerk dort kaum eine Rolle spielt. Die Gestaltung vieler Arbeitsplätze ist stattdessen eher pragmatisch und praktisch. Wenn handwerkliche Produkte überhaupt eingesetzt werden, dann gibt es sie spärlich in den Vorstandsetagen.

„Handwerklich hergestellte Waren verbinden Nützlichkeit und Schönheit, und werden dadurch zu einer echten Alternative zu den Massenprodukten“, erklärt Lew Epstein, General Manager von Coalesse. „Wenn das Handwerk am Arbeitsplatz eine Rolle spielt, kann dies die Kombination ausgewählter Materialien ebenso bedeuten wie die nahtlose Verknüpfung von digitalen Fertigungsmethoden und Handarbeit. Handwerkliche Produkte werden zum dynamischen Medium, das sich einsetzen lässt, um Arbeitsräume zu individualisieren, oder um die Kultur zum Ausdruck zu bringen – in jedem Fall tragen sie dazu bei, die Arbeitsumgebung und die Arbeitsatmosphäre zu bereichern.“

„Wir sind eine Marke, für die das Handwerk im Mittelpunkt steht und bei der es stets darum geht, kreative Ideen zum Leben zu erwecken“, sagt John Hamilton, Designdirektor bei Coalesse. „Wir experimentieren mit unserer Vorstellung von Handwerk, das wir als bewusste Kombination aus neuen Materialien, neuen Technologien und neuen maschinellen und händischen Fertigungsmethoden verstehen. Diese neue Art, Dinge zu machen, wollen wir meistern.“ 

Ein Beispiel hierfür ist der erst kürzlich von Coalesse vorgestellte Stuhl LessThanFive. Lassen Sie sich nicht von seinem Namen irritieren – dieser Stuhl ist kein Leichtgewicht. Obwohl er aber nur etwas mehr als zwei Kilo wiegt, ist er mit gut 135 Kilo belastbar. Der Grund hierfür ist sein Aufbau aus gegossenen und erhitzten Lagen aus Karbonfasern, einem neuen Material für die Möbelindustrie. Bei seinem Produktionsprozess ist viel Handarbeit nötig, um die mechanisierten Arbeitsschritte zu ergänzen. „Der Stuhl wird in Handarbeit vorbereitet und gebaut“, sagt Hamilton. „Er sieht zwar aus, als ob er gerade aus einer Gussform gefallen wäre, ist aber in fast allen Produktionsphasen handgefertigt: das fängt beim digitalen Design an und endet bei der letzten Oberflächenbehandlung. Mithilfe des digitalen Designs experimentieren wir mit einer neuen Farb-App, durch die wir nicht nur Visualisierungen erstellen können, sondern den Kunden die Möglichkeit geben, bei den letzten Arbeitsschritten aktiv mitzuwirken. So können sie einfach eine Standardfarbe auswählen, Farbtöne nach PMS (Pantone Matching System) anpassen oder eigene Farben definieren – beispielsweise anhand von digitalen Fotos. Mit solchen neuen Wegen wollen wir Grenzen erweitern und das moderne Handwerk vorantreiben.“

„Auf diese Weise geht das Handwerk über das eigentliche Produkt hinaus“, erklärt Epstein, „und es bietet die Möglichkeit, andere Menschen mit auf eine kreative Reise zu nehmen. Das Ergebnis empfinde ich als eine zutiefst zufriedenstellende Erfahrung, voller Geschichten und Möglichkeiten.“

Das Handwerk ruft

Das Handwerk erlebt in allen Bereichen eine tiefgreifende Zeit der Neuerfindung. Von seinen Wurzeln der nicht perfekten handgefertigten Waren über die Phase ausgefeilter Museumsqualität hat sich das Handwerk heute zu einer eine Art kulturellen Bewegung entwickelt, die letztlich auch unser Arbeitsleben berührt. Seine neue Ausprägung kombiniert geschickt die kunstvolle Handarbeit mit der Präzision von Maschinen und führt die digitale Welt bei der Produktion mit der physischen Welt zusammen, um Dinge entstehen zu lassen, die ebenso nützlich wie schön sind.

Am Arbeitsplatz ist das Handwerkliche der Gegenpol zum Unpersönlichen, der Ausdruck von Individualität und zugleich ein Fest der Kreativität. Weil Marken wie Coalesse nicht aufhören, immer wieder neue Materialien, Techniken und Herstellungsmethoden zu erkunden, wird das Handwerk seine Evolution fortsetzen und in den nächsten Jahrzehnten für weitere Inspirationen am Arbeitsplatz sorgen.

Willkommen in der Welt des Handwerks des 21. Jahrhunderts.

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