Forschung

Neues aus dem abwechslungsreichen Leben der Nomaden

Mobile Computertechnologien haben es  Wissensarbeitern ermöglicht, zu jeder Zeit an jedem Ort zu arbeiten – und Millionen Menschen tun das auch. Allerdings ist dies keineswegs immer einfach. So genannte Nomaden haben oft mit körperlichen Beschwerden und anderen Unannehmlichkeiten zu kämpfen. Um ihre tagtäglichen Erfahrungen besser zu verstehen, hat sich Coalesse, dazu entschlossen, mobile Mitarbeiter im Rahmen einer umfassenden Studie zu beobachten.

Die Coalesse Forscherin und Designerin Shujan Bertrand wusste, dass sie etwas angestoßen hatte, als plötzlich Dutzende von Mikroblogging-Nachrichten auf sie herabregneten – aus Schlafzimmern, Küchen, Autos, Büros, Hotels, Flughafenlounges, Co-Working Spaces, Cafés, U-Bahnen, Fußgängerzonen und Wartezimmern. Die Teilnehmer ihrer Studie wollten ihr erzählen, wie es wirklich ist, Nomade zu sein.

„Social Breakfast im Café. Manche sind offen, andere eher zurückgezogen. Einschließlich Kopfhörer. Essen + Menschen + Inhalte = die richtige kreative Mischung.“

„Typischer ‚Büro‘-Tag. Sitze auf ‚meinem‘ Platz an einer freien Bench in San Francisco. Bereite Asien-Trip vor, fliege Freitag nach Tokio. Netzwerk läuft schlecht. Gehe zu Starbucks, wenn sich nichts ändert!”

„Musste mich zurückziehen, um etwas zu erledigen… brauche einen Tapetenwechsel… düsterer Tag und unser Raum ist nicht gerade inspirierend.“

Im Rahmen einer innovat iven breit angelegten Forschungskampagne bat Ber trand kreative Wissensarbeiter aus dem Silicon Valley, ihre Arbeitstage mit der Tumblr Mikroblogging-App nachzuverfolgen. Die Postings waren persönlich, ehrlich und voller Erkenntnisse. Eine Woche lang veröffentlichten die Teilnehmer ihre Bewusstseinsströme. Einige waren bei Kunden, manche auf Geschäftsreise. Andere versuchten zu Hause ihre Kinder und ihre Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Alle warfen einen genauen Blick darauf, wie sie mit dem tagtäglichen Balanceakt der mobilen Arbeit zurechtkamen.

Die Frage lautet: Warum?

„Wir alle wissen, dass Technologien mit großer Geschwindigkeit die Art und Weise verändern, wie Menschen leben und arbeiten“, sagt Bertrand. „Coalesse will diese mobilen Arbeiter mit inspirierenden Produktlösungen unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es nur einen Weg: Wir müssen möglichst viel über ihre Bedürfnisse erfahren.“

„Wir suchen nach Verhaltensmustern, die zu neuen Plattformtypologien für die Produktentwicklung führen, um dadurch reale Bedürfnisse in tatsächlich benötigte Lösungen zu übersetzen.“

Inspiration. Jeden Tag.

Um herauszufinden, wie Nomaden mit ihrer Arbeit zu Hause zurechtkommen und um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, machte Coalesse im Jahr 2010 etwas Ungewöhnliches und folgte den Menschen in ihre Wohnungen. Emily Ulrich, zu dieser Zeit leitende Forscherin bei Coalesse, führte eine Beobachtungsstudie durch – in den Wohnungen, in Büros und an anderen Orten der Teilnehmer aus New York und der San Francisco Bay Area.

Was Ulrich in einem Artikel mit dem Titel „Untethered“ bestätigten konnte, war, dass es mit mobilen Technologien tatsächlich gelingen kann, seine Arbeit vollkommen von Schreibtischen und Büros loszulösen. Unter Zeitdruck stehende Wissensarbeiter arbeiten, wo sie wollen. Und weil Verfügbarkeit und Verantwortungsbewusstsein im Geschäft eine so große Rolle spielen, bedeutet dies für viele Menschen ein ständiges Hin- und Herschalten zwischen Arbeit und Privatleben.

Allein zu Hause

Natürlich ist dieses Hin- und Herschalten mit Stress verbunden. Die von Ulrich beobachteten Menschen erlebten die einschneidenden Wechsel in der Regel allein, weder ergonomisch noch emotional unterstützt, viele Stunden an mobilen Geräten arbeitend, an Esstischen, auf Sofas, und nicht selten auch spät nachts im Bett. Laut International Data Corporation (IDC) gibt es heute weltweit rund 1,2 Milliarden mobil arbeitende Menschen. Allein die USA verzeichnen nach Angaben der IDC 120 Millionen mobile Arbeiter, das sind 75,5 Prozent aller Arbeitskräfte. (Als nächstes folgt Japan mit fast 50 Millionen mobilen Arbeitern; 74,5 Prozent aller Arbeitskräfte).

Nachdem sich die Technologien nach wie vor rasend schnell weiterentwickeln und die Planung geeigneter Räume für Arbeitsnomaden immer komplexer wird, hat sich die Situation für die mobilen Arbeiter seit 2010 weiter verschärft. Die meisten Menschen sind im Laufe des Tages mithilfe von Smartphones, Tablets und Laptops mit mehreren Clouds verbunden. Und weil sich die Optionen von Networking und Social Media dramatisch erweitert haben, sind auch sie inzwischen zu Sklaven der Zeit geworden.

Mobil ist nicht gleich Mainstream

Es bleiben zwei Widersprüche. Mobiles Arbeiten außerhalb des Büros wird noch immer nicht als Mainstream betrachtet. Und auch die Forschung thematisier t nur selten die Verknüpfung der Gewohnheiten und Bedürfnisse mobiler Arbeiter mit den technologischen Trends, die den Wandel der Arbeitsplätze vorantreiben.

Laut Primo Orpilla, einem der Gründer des Innenarchitekturbüros Studio O+A aus San Francisco, das u. a. Räume für Facebook and Evernote gestaltet hat, „gibt es ein zunehmendes Bedürfnis danach, die ‚anderen Arbeitsplätze‘ zu begreifen – Übergangsräume, Flure und Pausenbereiche ebenso wie die Freiflächen unmittelbar vor den Gebäuden oder die Cafés an der Ecke. Menschen können heute überall arbeiten, also existieren auch viele Möglichkeiten, diese Art der Arbeit ‚einzufangen‘ oder interessante Räume dafür zu schaffen. Allerdings gibt es nicht genügend Leute, die darüber nachdenken wollen.“

Coalesse hat darüber sehr viel nachgedacht. Bob Arko, Kreativdirektor von Coalesse, spricht davon, dass es ein Vakuum zu füllen gibt. „Architekten und Designer werden üblicherweise nicht mit dieser Art der Forschung beauftragt. Sie verlassen sich vielmehr auf die großen Hersteller und deren umfassenden Blick auf die Trends am Arbeitplatz. Coalesse erweitert seinen Forschungsschwerpunkt bis weit über die Grenzen der traditionellen Arbeitsumgebung hinaus. Wir versuchen, die Verhaltensweisen der Menschen bei der Arbeit im Kontext ihrer gesamten Lebensumstände zu verstehen, einschließlich, wie zuletzt auch im Zusammenhang mit dem zunehmend nomadischen Wesen der Arbeit.“

Crossing Over

Die nomadischen Arbeitsgewohnheiten zu untersuchen, ist für Coalesse gleichbedeutend mit einer Grenzüberschreitung. Und tatsächlich wurde der Begriff „Crossover“ zum Leitbild. Aus ihm gehen Produkte und Lösungen hervor, die standortunabhängig sind und dabei den vielfältigen Bedürfnissen der nomadischen Arbeiter gerecht werden – egal, wo auch immer sie sich befinden.

In der Erforschung dieser Bedürfnisse sieht Bertrand eine Möglichkeit, die Saat für großartiges Design zu säen. „Wir suchen nach Verhaltensmustern, die zu neuen Plattformtypologien für die Produktentwicklung führen, um dadurch reale Bedürfnisse in tatsächlich benötigte Lösungen zu überführen.“

Bertrand startete ihre Untersuchungen mit Interviews, und führte ausführliche Gespräche über nomadisches Arbeiten mit Google, Oracle, Facebook, Square, Accenture, IDEO, Studio O+A, Worktech, International Contemporary Furniture Fair (ICFF) und dem Institute of Design in Stanford, sowie mit den Co-Working Pionieren The Hub, The Grind, WeWork und NextSpace.

Nomaden festnageln

Die Herausforderung dieser Forschungsarbeit lag in der Schwierigkeit, die Arbeitsnomaden „festzunageln“. Menschen in Büros zu beobachten ist ziemlich unkompliziert, bewegliche Ziele zu verfolgen, ist dagegen alles andere als das.

Genau aus diesem Grund war es notwendig, die Mikroblogging-Methode einzusetzen. Mit der Tumblr Smartphone App lassen sich kurze Gedankenblitze, aber auch Bilder oder Videoclips einfach und in Sekundenschnelle von jedem Smartphone hochladen. Kreative Menschen zu haben, die sich selbst beobachten, ihre Umgebung fotografieren und freimütig über ihre Lebenssituation erzählen, gewährte uns ebenso wertvolle wie faszinierende Einblicke.

Zu Bertrands Bloggern zählten: ein Senior Manager aus dem Bereich Workplace Transformation bei Accenture, ein Product Design Consultant, ein Grafikdesigner, ein Associate Partner von IDEO, ein Global Client Liaison von Steelcase, ein Product Marketer, ein unabhängiger Möbeldesigner, ein Senior Design Director einer Kommunikationsagentur, ein Sales Consultant und ein Illustrator. Alle zusammen boten eine gute Mischung aus Weltreisenden, lokalen Pendlern und Heimarbeitern. Bertrand beschreibt sie als „kreative Wissensarbeiter“ – höhergestellter, noch mehr verteilt und noch flexibler auf Abruf unterwegs.

Ziel war es, ihre Arbeitsgewohnheiten während der Arbeitstage nachzuverfolgen. Bertrand wollte dadurch folgende Fragen beantworten: „Wo und wie wird Arbeit zu Hause, im Büro oder in Third Places erledigt? Welche positiven Erlebnisse, aber auch welche Leidensmomente gibt es während der Tage, Nächte und Reisen? Wie wechseln die Teilnehmer zwischen Einzel- und Teamarbeit sowie sozialem Austausch hin und her? Was benötigen sie und was wünschen sie sich, um jederzeit überall arbeiten zu können? Welche Verhaltensweisen führen zu neuen Fragen und Erkenntnissen?

Das Alltägliche wahrnehmen

Viele der Blogger haben im Verlauf der Studie festgestellt, dass sie erst durch das methodische Beobachten und Beschreiben ihrer Umgebungen und Gewohnheiten darauf aufmerksam wurden, welche Kompromisse sie machen müssen und welche Beschwerden sie sonst im Alltag übersehen.

„Erst als ich die Tagesabläufe verfolgte, wurde ich mir der bestehenden technologischen Grenzen bewusst“, sagt der an der Studie beteiligte nomadische Sales Consultant. „Gleichzeitig ergibt sich daraus für Hersteller die große Chance, genau die richtigen Produkte zur Unterstützung der Hardware- Schnittstellen zu entwickeln.“

AAbby Levine, Senior Managerin bei Accenture Real Estate Solutions, ist permanent auf Reisen – mehr als 320.000 Kilometer jährlich. Sie findet, dass „die Welt keineswegs generell für mobiles Arbeiten geeignet ist, nicht einmal an Orten, die dies behaupten, wie etwa bei Starbucks. Es gibt kaum Orte, an denen ich sofort Online bin, und wo ich nicht auf dem Boden herumkriechen muss, um eine Steckdose zu finden.“

Eine andere Teilnehmerin (eine Designerin und Künstlerin, die überwiegend zu Hause arbeitet, aber auch regelmäßig Büros von Kunden besucht) notierte, dass sich die Atmosphäre unterschiedlicher Büroumgebungen auch unterschiedlich auf ihr Wohlbefinden auswirkt. „Ich begann zu begreifen, wie wichtig es für mich ist, mich inspiriert zu fühlen – nicht zuletzt, weil dies ja auch die Qualität meines Arbeitstages bestimmt. zu Hause finde ich diese Inspiration problemlos, ebenso in den kreativeren Büroumgebungen. Andere Orte sind dagegen einfach nur deprimierend – räumlich wie auch in sozialer Hinsicht.“

Nachdem sich die digitale Aufregung legte, destillierte Bertrand aus all ihren Interviews und Postings eine Übersicht der Verhaltensmuster und veröffentlichte den Bericht „Nomadic Work Landscape Design Research“

Gab es irgendwelche Überraschungen?

Für Bertrand war das Ergebnis eine Bestätigung und Erweiterung der zwei Jahre zuvor von Emily Ulrich durchgeführten Forschungen. „Indem wir unser heutiges Wissen über die nomadischen Arbeitsgewohnheiten und die neuen Technologietrends miteinander verbinden, versuchen wir nun herauszufinden, wie es gelingen kann, ein völlig neues Arbeitsgefühl zu schaffen. Dabei sehen wir die Chance, jenen Raum zwischen den schwierigen nomadischen Arbeitsbedingungen und dem Wunsch, sie zu vereinfachen, mit Innovationen zu füllen.“

„Ziel muss es sein“, sagt Bertrand, „den Menschen zu einem neuen Arbeitsgefühl, aber auch zu Inspirationen zu verhelfen. Und das fängt damit an, dass wir dazu beitragen, ihr Leben einfacher zu machen. Schon die kleinste Geste kann in diesem Zusammenhang für Nomaden viel bedeuten.“

Aus der Coalesse Studie resultieren drei Produktentwicklungsansätze: Orte inspirieren, Mobilität optimieren und Sinne sensibilisieren.

Für lockere Meetings bietet die SW_1 Produktserie niedrige Konferenztische, die mit ihren Ausziehtischen über zusätzliche persönliche Arbeitsflächen verfügen.

Orte inspirieren;
Teamarbeit verbessern

Wenn es darum geht, Nomaden unterzubringen, lauten für Bertrand die wichtigsten Fragen: „Wenn es keine Notwendigkeit gibt, zum Erledigen seiner Aufgaben ins Büro zu gehen, welchen Mehrwert können wir dann in traditionellen Büroumgebungen bieten? Und wie können wir für dieses ‚Wow‘ sorgen, das Menschen gern wieder hierher zurückkehren lässt?“

Coalesse hat eine ganze Reihe wichtiger Faktoren aufgedeckt, die in diesem Zusammenhang unterstützend wirken. Beispielsweise die Schaffung dynamischer, leicht konfigurierbarer Räume, aber auch Anpassungs- bzw. Wahlmöglichkeiten, die vielfältige Arbeitsweisen ermöglichen – etwa in offenen gemeinschaftlichen Bereichen für extrovertierte Arbeitsweisen und Teamarbeit, bzw. in eher geschlossenen zurückgezogenen Bereichen für introvertierte Arbeitsweisen und konzentriertes Arbeiten. Aufgrund der generellen Zunahme digitaler Arbeit und dem Wunsch nach mehr menschlichen und effektiveren virtuellen Team-Interaktionen sorgen tatsächlich immer mehr Unternehmen für eine angenehme Atmosphäre und fördern inspirierende Kulturen, die ein besonderes Arbeitserlebnis ermöglichen. Bei konzentrierter Einzelarbeit könnten z. B. Loungemöbel und Polsterhocker traditionelle Schreibtischkonfigurationen ersetzen, während sich Teamarbeit vielleicht mit Lounge-Stühle und niedrigen Tischen mit integrierten Steckdosen verbessern ließe.

Hierfür bietet Coalesse die von Scott Wilson gestaltete SW_1 Produktserie, die in Teambereichen und anderen Treffpunkten – auch über längere Zeiträume – für ein außergewöhnliches Arbeitserlebnis sorgt. SW_1 eignet sich für Kooperationen am Arbeitsplatz ebenso wie für viele andere Arbeitsweisen von Nomaden. Beistelltische und niedrige Teamwork-Tische zusammen mit Loungestühle schaffen eine von lockerem Komfort und Geborgenheit geprägte Atmosphäre, zusätzliche Schreibplatten und Polsterhocker erlauben individuell angepasste Lösungen.

„Free Stand bietet eine tragbare und zusammenfaltbare Arbeitsfläche für mobile Geräte.“

Mobilität optimieren: Zusätzliche Tools

„Die Optimierung von Mobilität“, sagt Bertrand, „ist gewissermaßen die Plattform, auf der wir Interaktionen zwischen Produkten und menschlichem Verhalten tatsächlich beobachten können. Wichtig ist aber auch die ‚Zeitlichkeit‘. Menschen wollen das Gefühl haben, Orte zeitweise besitzen zu können.“ Hierbei könnte es sich um einfache Ablageflächen oder Stehtische handeln, die es ermöglichen, digitale Geräte in der Nähe gut platzierter Steckdosen abzustellen (die schlechte Verfügbarkeit von Strom- und Datenzugängen zählt zu den größten Problemen von Nomaden). Es könnte aber auch ein speziell für temporär genutzte Bereiche entwickeltes Produkt sein.

Für Ber trand gibt es „nur wenige Bürostühle, Beistelltische oder Loungemöbel, die sagen: Hier ist der Ort, an dem Du digitale Geräte für eine gewisse Zeit anschließen und nutzen kannst. Hier ist der Ort, an dem sich Taschen sicher aufbewahren lassen.“ Ihre Strategie zur Optimierung von Mobilität beinhaltet Wege, die eine schnelle Inbesitznahme von Orten erlauben: z. B. temporäre Stauräume; gemeinsam genutzte Teamarbeitstools wie Whiteboards und Postit- freundliche Wände; oder verstellbare Möblierungen für mobile Mitarbeiter (die entspannt zurückgelehnt oder nach vorn gebeugt über ihren Geräten sitzen) und ihre Arbeitsmittel (die in verschiedenen Höhen und Neigungswinkeln platziert sind). Am Ende besteht die Lösung darin, Optionen anzubieten, die mit der richtigen Auswahl von Produkten für mehr produktive Mobilität sorgen – wo auch immer die Menschen arbeiten.

Antizipation sollte, so Bertrand, bei der Entwicklung von Räumen für Arbeitsnomaden den gedanklichen Rahmen bilden. Das beginnt schon damit, dass man es akzeptiert, wenn mobile Mitarbeiter einfach auftauchen und nach einem Platz verlangen. Als nächstes bedarf es einer gewissen Vorstellung von ihren Ansprüchen und Bedürfnissen. Und schließlich sollte es für sie so unkompliziert und zeitsparend wie möglich sein, zu kommen, zu arbeiten und wieder zu gehen. Das gelingt nur, wenn es fließende Übergänge gibt.

Ein Beispiel hierfür ist Free Stand : ein tragbarer und zusammenfaltbarer Laptop- bzw. Tablet-Ständer für einfaches und schnelles mobiles Arbeiten. Im Gegensatz zu ähnlichen Produkten kann Free Stand in Sekundenschnelle zusammengeklappt und verstaut werden kann, sodass nach erledigter Arbeit nichts mehr von ihm zu sehen ist.

« Massaud Work Lounge mit höhenverstellbarer, schwenkbarer Schreibplatte sowie Polsterhocker mit integriertem Stauraum.»

Sinne sensibilisieren:
körperliches und emotionalesWohlbefinden

Für Bertrand sind Arbeitsplätze und Arbeitsatmosphäre für Nomaden besser, wenn sie die Sinne berühren. Eine andere, in ihrer Studie wiederholt gemachte Beobachtung betrifft jene Beschwerden, die entstehen, weil die Menschen durch die Nutzung von Bildschirmen oder schlicht wegen Überlastung immer wieder falsche Kompromisse in der Körperhaltung eingehen.

Ihre Vorschläge in diesem Zusammenhang sind: vielfältigere „digitale Arbeitsstile“, optimale lichttechnische und akustische Qualitäten in der Videokommunikation, die Einbeziehung von Außenbereichen, und „die sensorische Orchestrierung von Produkten, die zu Kreativität und Innovation inspirieren.“

Von einer solchen komfortablen Produktivität gekennzeichnet ist auch die erst kürzlich vorgestellte Massaud Work Lounge, die der Designer Jean-Marie Massaud für Coalesse entworfen hat. Hierbei handelt es sich um einen schwenkbaren, von Erste-Klasse-Flugzeugsitzen inspirierten Lounge-Sessel – kombiniert mit einem Polsterhocker, der zugleich als Stauraum dient. Zu den unverwechselbaren arbeitsbezogenen Details zählen eine schwenkbare, in den Stuhl integrierte Schreibplatte sowie eine Gelenk-Kopfstütze, die dem Benutzer zusätzlichem Komfort anbietet.

« Halb Tisch, halb Sitzgelegenheit. Sich zurückziehen. Oder zusammenkommen. Wenn die Arbeit uns heutzutage überallhin folgen kann, sollte auch der Komfort nicht fehlen. Entspannen. Arbeiten. In einer inspirierenden Umgebung.»

Gestalten am Schnittpunkt

Bob Arko bezeichnet Bertrands Forschungsbericht als „Brennglas“ für neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Sein Team hat gerade eine Studie mit dem internen Titel „Digitale Arbeitsstile“ begonnen. Darin geht es um die Untersuchung der auffälligsten Überschneidungen der drei Hauptthemen Bertrands, jener Bereiche also, in denen sich die zahlreichen Bedürfnisse der Nomaden überlagern. Die Hoffnung ist es, dabei einige Lösungen entwickeln zu können, die das Leben der Menschen erleichtern.

Doch wie lassen sich diese Untersuchung und all die neuen Erkenntnisse über Mobilität in die große Welt der Büromöbel und der Raumgestaltung integrieren?

Für Arko ist das ein langsamer Prozess. „Viele Unternehmen haben noch immer eine ziemlich konventionelle Vorstellung von Büroarbeitsplätzen. Unser Job ist es, die sich verändernden Verhaltensweisen zu beobachten und daraus neue Ansätze zu entwickeln, die die neuen Bedürfnisse der Menschen unterstützen.“

Anpassungen an die Zukunft

Orpilla verweist auf das Hotel- und Gastgewerbe, in dem die mobilen Arbeiter zum Hauptkundenstamm zählen. Inzwischen gibt es viele Hotel-Lobbys mit kostenlosem WLAN und bequemen Arbeitsplätzen in der Nähe von Essens- und Getränkeangeboten. „Hotels beginnen langsam zu verstehen, dass ein Teil ihres Geschäfts diskutiert werden muss.“

„Unsere Projekte für Unternehmen tendieren dazu, atmosphärisch Räumen aus dem Gastgewerbe zu ähneln – Lobbys, Restaurants oder Cafés. Heute arbeiten viele Menschen häufiger in diesen Bereichen als an ihrem Arbeitsplatz“, sagt Orpilla. Früher waren er und sein Büro kaum außerhalb des Silicon Valley tätig. „Heute erhalten wir Anfragen aus dem ganzen Mittleren Westen. Die Menschen sehen diese wirklich coolen ‚Inkubatoren‘, aus denen diese ganzen Rockstar-Technik-Freaks hervorgehen, die nach ein paar Jahren plötzlich reich sind. Wir haben einige dieser Inkubatoren für die besten und größten Firmen entworfen. Und nun kommen immer mehr Menschen aus dem ganzen Land zu uns und wollen wissen, wie sich so etwas kopieren lässt.“

Bertrand ist sich sicher, dass große Chancen vor ihr liegen. „Wenn Sie ins Silicon Valley gehen, dann sehen Sie, wie die Menschen dort mit den Technologien gestalten und spielen, wie sie genau dadurch bei der Arbeit und zu Hause unterstützt werden, und wie es sie in die Lage versetzt, frei darüber zu entscheiden, wann und wo sie arbeiten wollen. Es ist nicht schwer, sich das als unsere Zukunft vorzustellen.“

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