Der Entstehungsprozess des LessThanFive Carbonfaser-Stuhls

Haben Sie jemals zuvor mit Carbonfaser gearbeitet?

Ich hatte nie zuvor die Gelegenheit, mit Carbonfaser zu arbeiten. Ich habe auch nicht damit gerechnet, dies bei Coalesse jemals zu tun.

Als ich begann, mich zusammen mit dem Projektteam eingehender mit diesem Material zu beschäftigen, war ich wirklich erstaunt, welch gängiger Werkstoff Carbonfaser inzwischen geworden ist – auch für die Verbraucher selbst. Jeder kann mit nur einigen wenigen einfachen Werkzeugen aus den gewebeartigen Schichten dieses Materials relativ komplexe Objekte selbst fertigen.

Um jedoch reproduzierbare Bauteile, wie etwa für den LessThanFive Stuhl, zu fertigen, mussten wir noch tiefer in die Materie eindringen, um zusammen mit Materialexperten die richtige Kombination aus Faserstärke, Orientierung, Matrix und Schichtung zu finden, die unseren Ansprüchen gerecht würde.

Für die Konstruktion des LessThanFive Stuhls werden die einzelnen Lagen aus Carbonfaser sorgsam geschichtet.

Wie haben Sie sich über den Werkstoff schlau gemacht?

Am meisten habe ich während der Testphase und Validierung der ersten Musterexemplare gelernt. Die Belastung, der der Werkstoff bei einem Fahrradrahmen ausgesetzt ist (ein traditionelles Anwendungsbeispiel für Carbonfaser), ist natürlich anders als bei einem Stuhl. Mittels kontrollierter Experimente im Prüflabor konnte ich mich selbst davon überzeugen, wie sich das Material unter Beanspruchung verhält.

Bild eines Belastungstests des LessThanFive Stuhls.

Erzählen Sie uns ein bisschen mehr über den Einfluss des Materials auf den Konstruktions- und Fertigungsprozess. Welche Unterschiede bestehen im Vergleich zu anderen Produkten?

Obwohl die einzelnen Rohstoffe leicht erhältlich sind, werden spezielle „Carbonfaser-Rezepte“ noch immer wohlgehütet. Aufgrund dieser fehlenden Transparenz ist es schwierig, ein besseres Verständnis zu gewinnen oder gar auf lange Sicht Qualität sicherzustellen.

Unser Team hat versucht, das physische Objekt, das aus dem Prozess hervorgeht, vollends zu verstehen und unseren Zulieferer damit beauftragt, die Konstruktion so weit zu optimieren, dass sie unseren sich wandelnden Anforderungen gerecht wird. Dafür mussten mehr als 100 Stühle getestet werden, um charakterisieren zu können, wie sich ein gutes Produkt in extremen Anwendungsfällen verhalten sollte.

Haben Sie bei bestimmten Dingen Anpassungen vornehmen müssen, weil andernfalls das Fertigungsverfahren zu teuer oder zu komplex geworden wäre?

Dieses Produkt war in vielerlei Hinsicht bahnbrechend – ganz zu schweigen von dem Werkstoff Carbonfaser selbst.

Verschnitt fiel nur sehr wenig an. Das Produkt war als eine Art Erkundung des Materials gedacht. Das Projektteam war sehr darum bemüht, sämtliche unnötigen Komplexitäten zu vermeiden und die einfache und klare Form beizubehalten. Es wäre leichter gewesen, mehr herkömmliche Materialien für Hauptbestandteile des Produkts einzusetzen. Jedoch besteht der Rahmen aus 100 % Carbonfaser, ohne jegliche stützende Strukturen aus anderen Werkstoffen.

Wird der LessThanFive Stuhl von einem Unternehmen gefertigt, das schon zuvor mit diesem Werkstoff gearbeitet hat?

Unser Zulieferer ist gewissermaßen ein Veteran auf diesem Gebiet. In den 1980er Jahren begann das Unternehmen mit der Herstellung von Tennisschlägern aus Holz. Mit der Zeit hat es sich zum Hersteller von Hightech-Sportausrüstung – rein aus Carbonfaser – entwickelt.

Insbesondere die Technologie des Fahrradrahmens aus Carbonfaser hat dem Innovations- und Leistungsvermögen unseres Zulieferers erheblichen Auftrieb beschert. Am LessThanFive Stuhl wird dies rundum deutlich.  Die Vorrichtungen zum Schutz der Stühle beim Übereinanderstapeln bestehen aus demselben Material wie auch der Kettenstrebenschutz an Mountainbikes.

Was war für Sie im Rahmen der Konstruktion des Produkts noch interessant oder einzigartig?

Das Beste an diesem Projekt war die Begeisterung, die dieser Stuhl bei Steelcase entfachte. Jeder wollte Einzelheiten wissen und mir mitteilen, welche Variante der Stuhloptik ihm am besten gefiel. Bei jedem Test des Produkts blieben die Leute stehen, schauten zu und schlossen Wetten darüber ab, wie es sich schlagen würde.

Der LessThanFive Stuhl ist in sechs Standard-Oberflächen erhältlich.

Wurden durch das neue Material neue Verfahren oder Tests als Voraussetzung für die Marktreife nötig?

Genau in diesem Bereich hat sich unsere Produktdesignmethode am meisten weiterentwickelt. Das Team hat neue Modelle für ein besseres Verständnis der Performance des Produkts entwickelt, indem es die Zuverlässigkeit der technischen Prozesse erhöht hat. Angesichts des mit dem Bau jedes einzelnen Stuhls verbundenen Kosten- und Zeitaufwands war es unser Ziel zu verstehen, wie wir mit weniger Mitteln mehr erreichen können. Mittels dieser Analyse konnten wir trotz geringstmöglicher Entwicklungskosten hohe Erwartungen in die Leistungsfähigkeit des Produkts setzen.

Das Konstruktionsteam rund um den LessThanFive Stuhl.

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